Entdecken Sie die Landschaftsparks des Juras

Widok z góry, z wapiennych skał na Dolinę Będkowską.
Der Krakau-Tschenstochauer Jura (Wyżyna Krakowsko-Częstochowska), oft einfach der Jura genannt, ist ein für seine touristischen Attraktionen bekannter Landstrich. Beeindruckende Landschaften, Bachtäler, Wälder, ausgesetzte Felsen und Burgen locken Besucher an und laden zu Spaziergängen sowie Erkundungen des Gebiets ein. Der Jura ist so wertvoll, dass sein in Małopolska gelegener Teil einen Nationalpark bildet. Außerdem befinden sich in ihm sechs der elf Landschaftsparks in der Woiwodschaft Małopolska (województwo małopolskie).

Landschaftspark Tenczynek (Tenczyński Park Krajobrazowy)

Das Mnikowska-Tal (Dolina Mnikowska) ist eines der schönsten Täler des Juras, das nicht zu den sog. Krakauer Tälern (Dolinki Krakowskie) gehört. Gegenwärtig bildet dieser seit Jahrhunderten reizende und geheimnisvolle Ort ein Naturschutzgebiet. Hier traf sich zu heimlichen Rendezvous das vielleicht bekannteste polnische Liebespaar, nämlich der zukünftige polnische König Sigismund August und Barbara Radziwiłł. Gegenwärtig kann man auf einem Felsen ein die Gottesmutter darstellendes Gemälde bewundern, das 1863 von Walery Eljasz-Radzikowski gemalt wurde.

Dolina Mnikowska

Auf dem höchsten Punkt des Tenczyński-Buckels (Garb Tenczyński), einer Anhöhe vulkanischen Ursprungs, befindet sich die malerische Ruine der Burg Tenczyn bei Rudno. Sie war in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts vom Krakauer Woiwoden Andrzej Tęczyński errichtet worden. Heute können wir die Überreste der repräsentativen Hauptburg mit Burghof und Kreuzgängen, die Unterburg, die Kapelle, den Torturm sowie das Verteidigungssystem besichtigen, das hauptsächlich aus Wehrtürmen, Basteien, Gräben sowie einem Barbakan mit einem die Zufahrt zur Burg sichernden Korridor besteht. Die Gesamtanlage bildet ein eindrucksvolles Beispiel für eine Festung, die im Zuge des Fortschritts der Verteidigungskunst umgebaut und optimiert wurde.

Westlich von Krakau (Kraków), oberhalb der Landstraße nach Libiąż, sieht man schon von weitem eine bewaldete Anhöhe. Auf ihrem Gipfel ragt wie ein Kalksteinfelsen ein mächtiger Turm aus weißem Stein empor. Von weitem sieht man nur den Turm, denn die Mauern des prächtigen Schlosses Lipowiec aus dem 13. Jahrhundert sind zwischen Bäumen verborgen. Damals errichteten die Krakauer Bischöfe diese Festung, die bis zu den Teilungen Polens in ihren Händen blieb. Zwar ist das Bauwerk seit dem frühen 19. Jahrhundert nur noch eine Ruine, aber seine Mauern wurden abgesichert, damit eine Besichtigung möglich ist. Eine neue Treppe führt bis auf den Turm hinauf. Man kann auch um die leeren, teilweise zugeschütteten Innenräume herumgehen sowie sich eine kleine Ausstellung in den rekonstruierten Räumen des ersten Stocks des Schlosses ansehen. Diese umfasst alte Aufnahmen und Grafiken des Schlosses sowie eine kleine Sammlung mit unterschiedlichen Gegenständen, die in den Ruinen gefunden worden waren.

Zamek Lipowiec

Am Fuße der Anhöhe Lipowiec empfiehlt sich ein Besuch des Ethnographischen Parks an der Weichsel in Wygiełzów (Nadwiślański Park Etnograficzny w Wygiełzowie). Das Freilichtmuseum vermittelt mit seiner Bebauung die Tradition und Kultur der einst in diesem Gebiet lebenden Westkrakauer. Neben interessanten und schön rekonstruierten Beispielen der ländlichen und kleinstädtischen Baukunst findet man hier ebenfalls die prächtige Kirche aus Ryczów aus dem 17. Jahrhundert, in der weiterhin Gottesdienste abgehalten werden, sowie einen malerischen Gutshof aus Droginia aus dem 18. Jahrhundert. Insgesamt stehen auf den Grünflächen des Freilichtmuseums 25 wertvolle Gebäude sowie Wirtschafts- und Handwerksobjekte (ohne kleinere Exponate dabei mitzuzählen). Die Bauerngehöfte mit der ursprünglichen Ausstattung sind von Obst- und Blumengärten umgeben und ein kleinstädtischer Bereich ähnelt einem früheren Marktplatz.

skansen

Adlernest-Landschaftspark (Park Krajobrazowy Orlich Gniazd)

Das Naturschutzgebiet „Pazurek” bei Olkusz ist ein idealer Ort für einen Spaziergang durch die Natur des Juras und einen kurzen Ausflug, um den „Jura in aller Kürze” zu erleben. Seine Wanderung kann man an einem kleinen Waldparkplatz an der Straße Nr. 783 vor der Ortschaft Pazurek oder am Bahnhof in Jaroszowiec beginnen. Mehrere Wanderwege führen durch das Naturschutzgebiet. Ein über 5 km langer und als Rundweg gestalteter Lehrpfad ist rot markiert. Es gibt zudem zwei blaue Verbindungsabschnitte und auch einen grünen Wanderweg. In den Buchen- und Berg-Ahornwäldern sind zahlreiche geschützte und gefährdete Pflanzenarten beheimatet, darunter viele seltene Knabenkräuter. Eine außergewöhnliche Attraktion bilden Zeugenberge aus Kalkstein mit beeindruckenden Formen. Die höchste Erhebung im Naturschutzgebiet ist die Felsenstadt Zubowe Skały (440,6 m ü. d. M.). Während des Spaziergangs sollte man auf Karsttrichter achten, die u. a. durch den Einsturz einer Höhlendecke entstanden und als runde oder elliptische Vertiefungen im Gelände erkennbar sind. Felskletterer finden auf der anderen Seite der Straße Nr. 783 die Felsengruppe „Pazurek II” mit mehr als einem Dutzend Kletterwegen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. 

Pazurek

Ideal sowohl für einen Spaziergang als auch eine Radtour ist das Wodącej-Tal (Dolina Wodącej). Dieses weiterhin wenig bekannte Tal im Jura erstreckt sich von Domaniewice bis nach Smoleń in der Woiwodschaft Schlesien (województwo śląskie). Einen Spaziergang kann man von einem kleinen Waldparkplatz in der Ortschaft Domaniewice aus unternehmen. Dort beginnt der blau markierte Jura-Festungen-Wanderweg (Szlak Warowni Jurajskich). Ein ungewöhnlicher Ort ist die sich über dem Tal erhebende Felsengruppe Grodzisko Pańskie, wo es im Mittelalter eine kleine befestigte Siedlung gab und im 17. Jahrhundert in einer der Höhlen eine Münzfälscherwerkstatt betrieben wurde. An dem grünen Wanderweg, der nach Grodzisko Pańskie führt, wurde unlängst ein Kreuzweg mit interessanten Holzskulpturen geschaffen, die ein Werk eines örtlichen Künstlers darstellen. Sehr geheimnisvoll ist die Biśnik-Höhle, der älteste Fundort von Neandertaler-Spuren in einer Höhle in Polen. Ein beliebtes Ausflugsziel sind die Zegarowe Skały in Smoleń. Im Bereich dieser Felsengruppe befinden sich u. a. die Jasna-Höhle und die interessante Zegar-Höhle, in der Erzeugnisse aus Feuerstein sowie Tierknochen, u. a. eines Höhlenbären und eines Rentiers, gefunden wurden. Die aufragenden Felsen an den Talrändern sind ein bei Klettersportlern beliebter Ort. Während eines Spaziergangs durch das Tal sollte man die Psiarskie-Lichtung besuchen, wo sich während des Kriegs ein Unterschlupf von Partisanen des Heimatarmee-Bataillons „Surowiec” befand.

Eine der größten touristischen Attraktionen in der Region Olkusz ist die Błędów-Wüste (Pustynia Błędowska), die auch „polnische Sahara“ genannt wird. Mit ihrer Natur und auch in geografischer Hinsicht ist sie europaweit einzigartig. Die sich von Błędów im Westen bis nach Klucze im Osten und Chechło im Norden erstreckende Wüstenfläche wird vom Tal des Flusses Biała Przemsza durchzogen. Die durchschnittliche Stärke der Sande beträgt 40 m (maximal 70 m). Sie liegt in den Grenzen des Adlernest-Landschaftsparks und steht teilweise unter besonderem Schutz. Im Bereich der Błędów-Wüste befinden sich drei Aussichtspunkte, und zwar Dąbrówka mit einem Truppenübungsplatz, Róża Wiatrów (Windrose) mit einer hölzernen Aussichtsplattform und Czubatka oberhalb der Ortschaft Klucze.

Pustynia

Landschaftspark Dłubnia (Dłubniański Park Krajobrazowy)

Der im Jura entspringende Fluss Dłubnia gehört zu den wichtigsten Naturschönheiten im nach ihm benannten Landschaftspark. Früher gab es entlang des Flusses viele Mühlen, die eine charakteristische Landschaft bildeten. Er wurde „heißer“ Fluss genannt, weil er im Winter selten zufror. Bedingt war das durch die einst reichliche Wassermenge und die schnelle Strömung. Bis heute sind nur wenige Mühlen erhalten geblieben, und die Landschaft prägen außer dem Flusstal überwiegend Felder. Bezaubernd sind zwei malerische Quellen, die Hydrographen-Quelle (Źródło Hydrografów) in Imbramowice und die Jordan-Quelle (Źródło Jordan) in Ściborzyce.

Żródło Hydrografów

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